Ein kleiner Einblick in die Homöopathie

Die Homöopathie lässt sich in der zahnärztlichen Praxis vielfältig einsetzen und kann die konventionelle Therapie sinnvoll begleiten.

Dr. Samuel Hahnemann

Dr. Samuel Hahnemann Quelle/Bildrechte: Wikipedia, gemeinfrei

Der Name “Homöopathie” kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „homoios“ (=ähnlich) und „pathos“ (=Leiden) zusammen. Und das ist auch das Prinzip der Homöopathie – man heilt Ähnliches mit Ähnlichem!
Die Homöopathie ist eine natürliche Therapie. Mit anderen Worten, wir aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers, um die Krankheit zu besiegen.
Mit Hilfe der Homöopathie können wir eine Krankheit ohne Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen heilen.
Als Begründer der Homöopathie gilt Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843).


 

Homöopathische Präparate sind ausschließlich Mittel, die nach den Herstellungsverfahren von Dr. Hahnemann (Verdünnen und Verschütteln) hergestellt werden. Homöopathische Mittel sind in Form von Tropfen, Tabletten, Kügelchen (Globuli), Ampullen (zum Trinken bzw. zum Injizieren) bzw. Salben erhältlich.

Kindern gibt man hauptsächlich Globuli (Michzuckerkügelchen).

Bei Kindern können wir die Homöopathie beispielsweise einsetzen:

  • zur Kariesvorsorge
  • bei Zahnungsbeschwerden
  • bei Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung

→ Zahnbehandlung bei Kindern (Prophylaxe und Prävention)

 


Kleiner Exkurs zur Herstellung homöopathischer Heilmittel

Als Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneien kommen u.a.

  • Pflanzliche Produkte
  • Mineralien
  • Metalle oder
  • Tierische Ausgangsstoffe

in Betracht.

Aus dem Ausgangsstoff wird zunächst eine Urtinktur hergestellt. Durch die Potenzierung wird die Urtinktur verdünnt und verschüttelt: die Wirksamkeit der Arznei wird so verstärkt. (Der Begriff “Potenzierung” kommt aus dem lateinischen von “potentia” = Kraft.)


Die homöopathische Behandlung in der Zahnmedizin und in unserer Praxis.

Homöopathie

Homöopathie in der Zahnbehandlung – eine sinnvolle Ergänzung.

Vor der Auswahl eines passenden homöopathischen Heilmittels befragt der Therapeut seinen Patienten ganz ausführlich (Anamnese).

Bei mir in der Praxis, hat sich ein von mir verfasster Fragebogen bewährt, den ich dem Patienten mitgebe. Der Fragebogen kann dann in Ruhe zu Hause ausgefüllt werden und wird zum nächsten Termin mitgebracht.

Der Fragebogen wird ausgewertet, die einzelnen Symptome hierarchisiert und nach den „besonderen Symptomen“ (Schlüsselsymptomen) gesucht, die den Patienten ausmachen. Aus sog. Repertorien (= Symptomverzeichnissen – das umfassendste ist das Repertorium nach „Kent“) wird das für den Patienten passende homöopathische Heilmittel ausgewählt.

In der klassischen Homöopathie verabreicht man dem Patienten nur ein einziges Mittel auf ein Mal. Man kann gegebenenfalls mit Hilfe der Elektroakupunktur nach Dr. Voll testen, ob das jeweilige homöopathische Mittel beim Patienten auch tatsächlich passt.

In der modernen Homöopathie kann man für den Patienten das jeweilige homöopathische Mittel auch nach der „bewährten Indikation“ aussuchen oder mehrere Mittel gleichzeitig geben. Häufig werden auch bewährte homöopathische „Komplexmittel“ verabreicht. Dies sind Präparate, die eine Vielzahl einzelner homöopathischer Mittel enthalten. Einige Autoren sprechen hier von einer sogenannten „Schrotschusstechnik“, d.h. eines der vielen homöopathischen Einzelmittel in diesem Präparat wird wirken. Andere Autoren sprechen von einem „Synergieeffekt der einzelnen Mittel“ – d.h. dass sich diese einzelnen Mittel durch das Zusammenmischen in einem einzigen Präparat in ihrer Wirkung „verstärken“ bzw. „ergänzen“.

Des Weiteren unterscheiden wir in der Homöopathie

  • Isopathika
  • Nosoden
  • Organpräparate und
  • Schüsslersalze

→ Wichtige Infos zu Schüssler-Salzen

Homöopathische Mittel eignen sich auch zur Ausleitung von Giftstoffen (Amalgam).


Die richtige Einnahme eines  homöopathischen Heilmittels

Der Erfolg einer Behandlung hängt entscheidend von der richtigen Einnahme des homöopathischen Heilmittels ab.

Allgemeine Hinweise

Homöopathische Arzneimittel sind in Form von Tropfen, Tabletten, Kügelchen (Globuli), Pulver oder Ampullen (Trinkampullen oder Ampullen zum injizieren) erhältlich.

  • Bitte schützen Sie das homöopathische Heilmittel vor Hitze, Tageslicht, Duft- bzw. Aromastofffen. Lagern Sie das homöopathische Heilmittel am besten an einem kühlen Ort im fest verschlossenen Fläschchen.
  • Bitte vermeiden Sie während der homöopathischen Behandlung jeglichen Genuss von Kaffee (auch koffeeinfreier Kaffee),  koffeeinhaltigen Erfrischungsgetränken (z.B. Cola), Kräutertees sowie Kräuterlimonaden (z.B. Almdudler).
  • Verwenden Sie eine mentholfreie Zahnpasta (beispielsweise Elmex mentholfrei).
  • Benutzen Sie bitte während dieser Zeit auch keine Mundspüllösungen mit ätherischen Ölen (z.B. Pfefferminze). Verwenden Sie außerdem keine kampfer- oder mentholhaltigen Mittel bzw. ätherischen Öle (beispielsweise Wick Vaporup, Saunaöl, japanisches Heilpflanzenöl etc.). All dies stört die Wirkung der homöopathischen Arznei.

Einnahme von Tropfen

Bei Tropfen ist das Fläschchen mit der Arznei zunächst ca. 10 Mal zu schütteln, so als würden Sie ein Fieberthermometer runterschütteln.
Geben Sie danach 8-10 Tropfen direkt unter die Zunge. Möchten Sie die Tropfen zunächst auf einen Löffel geben, so verwenden Sie bitte ausschließlich einen Plastiklöffel.
Behalten Sie die Tropfen möglichst lange im Mund und schlucken Sie diese erst nach einiger Zeit herunter. Würden Sie die Tropfen sofort schlucken, zersetzt der Magensaft das homöopathische Mittel und es hätte keine Wirkung.

Die homöopathische Arznei wird durch die Schleimhäute unterhalb der Zunge aufgenommen und gelangt so direkt in den Blutkreislauf. Je länger Sie das Mittel im Mund behalten, desto vollständiger wird es aufgenommen.

Einnahme von Tabletten oder Globuli

Tabletten oder Globuli (Kügelchen) werden unter die Zunge gelegt. Dort lösen sie sich langsam auf und werden durch die Schleimhaut aufgenommen. Tabletten oder Globuli bitte nicht sofort runterschlucken, sondern unter der Zunge zergehen lassen, damit Sie ihre Wirkung entfalten können. Nehmen Sie bitte nur eine Tablette oder 10 Globuli auf einmal.

Einnahme von Ampullen

Bei Trinkampullen den Ampulleninhalt in ein halbes Glas stilles Wasser geben und mit einem Plastiklöffel (kein Metalllöffel) gründlich verrühren.
Nehmen Sie alle 30 Minuten einen Schluck in den Mund, bewegen Sie ihn dort einige Minuten und schlucken Sie erst dann den Rest runter.

Zeitpunkt der Einnahme

Die Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln sollte immer im zeitlichen Abstand zu den Mahlzeiten erfolgen.

Am besten morgens nach dem Aufstehen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen, mindestens 2 Stunden nach dem Abendessen.

Wenn Sie die Arznei im Laufe des Tages einnehmen möchten, halten Sie bitte einen Abstand von 30 Minuten vor oder nach einer Mahlzeit ein. Nach der Einnahme von homöopathischen Mittel trinken Sie bitte 30 Minuten lang nichts und putzen Sie sich auch nicht die Zähne.

 


Mögliche sog. Erstverschlimmerung

3 bis 8 Tage nach der ersten Einnahme von homöopathischen Arzneimitteln kann es zu einer Verschlimmerung der Krankheitssymtome kommen. Dies ist ein gutes Zeichen.
Sollte es jedoch zu einer sehr starken Verschlimmerung kommen, dann setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung und setzen das Mittel erst einmal ab.

 

Resüme

Wenn man die Grenzen der Homöopathie kennt und weiß, wie man diese sinnvoll einsetzen kann, ist diese Therapieform eine sinnvolle Ergänzung und Bereicherung für jeden Therapeuten.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Ihr Dr. Gerard Kölling