Amalgam: Ausleitende Verfahren in der Zahnheilkunde

Wissenswertes über Zahnfüllungen mit Amalgam.

Zahnfuellung mit Amalgam

Amalgamfüllung (Illustration © istockphoto/eraxion)

 

In den letzten Jahren ist die Amalgamproblematik etwas in Vergessenheit geraten. Die Verwendung von Amalgam als Zahnfüllung ist zwar stark rückläufig, doch haben immer noch viele Patienten alte Amalgamfüllungen im Mund, die zu gesundheitlichen Belastungen führen können.

In diesem Beitrag möchte ich auf die Problematik von Amalgam als Füllungsmaterial eingehen und Wege aufzeigen, wie die Quecksilberbelastung im Körper durch anerkannte Ausleitungsverfahren reduziert werden kann.

 

Die Verwendung von Amalgam in der Zahnmedizin

Amalgam ist eines der ältesten Füllungsmaterialien überhaupt. Bereits die alten Chinesen verwendeten Amalgam als Füllungsmaterial.

Amalgam entsteht durch das Vermischen von reinem Quecksilber mit einer Pulvermischung aus den Metallen Silber, Zinn, Kupfer und Zink. Heutzutage wird das zahnärztliche Amalgam in Kapseln hergestellt. In der einen Hälfte der Kapsel befindet sich reines Quecksilber und in der anderen, getrennt durch eine Membran, die Metallmischung in Pulverform. Durch das Anmischen in einem speziellen Kapselmischgerät, platzt diese Membran. Das flüssige Quecksilber und das Metallpulver vermischen sich zu einer plastischen Paste. Mit dieser plastischen Paste wird das „Loch“ im Zahn gefüllt. Innerhalb von 24-48 Stunden härtet das Amalgam vollständig aus. Während dieser Zeit setzt das Amalgam Quecksilber frei.

Amalgam korrodiert auch in der Mundhöhle und setzt dabei Quecksilber frei. Zudem kommt es beim Kauvorgang an der Oberfläche der Amalgamfüllung zum Abrieb, wodurch weiteres Quecksilber freigesetzt wird.

All dies führt zu einer gesundheitlichen Belastung, wobei sich vor allem im Fettgewebe des Körpers Schwermetalle (u.a. Quecksilber) ansammeln und dadurch das Nervengewebe schädigen.

 

In unserer Praxis arbeiten wir amalgamfrei!

Mehr Infos zu unseren Behandlungsmethoden finden Sie unter dem Menüpunkt “ Behandlungsspektrum

 

Das Europaparlament hat im Frühjahr 2017 beschlossen, den Einsatz von Amalgam als Zahnfüllung einzuschränken: EU-weit dürfen Zahnärzte ab 1. Juli 2018 bei Schwangeren und Kindern unter 15 Jahren keine Amalgam-Füllung mehr verwenden. In Schweden, Dänemark und Norwegen ist der Einsatz von zahnärztlichem Amalgam bereits verboten!

Auch bei stillenden Müttern, Allergikern und Patienten mit Nierenproblemen sollte auf die Verwendung von Amalgam verzichtet werden. Außerdem sollte man keine neuen Goldrestaurationen (Inlays, Kronen etc.) in unmittelbarer Nähe von alten Amalgamfüllungen legen. Der Speichel ist ein Elektrolyt – zwischen den Amalgamfüllungen und der Goldrestauration kommt es zu einem Stromfluss, so dass die Korrosion der Amalgamfüllung gefördert wird und es zum Freisetzen von Quecksilber kommt. Außerdem klagen viele Patienten über einen metallischen Geschmack. Darüber hinaus kann es zu Allergien auf die einzelnen metallischen Bestandteile der Amalgamfüllung kommen.

 

Warum war Amalgam als Füllungsmaterial lange Zeit so beliebt?

 

Amalgam Modell-Illustration

Amalgam ohne Unterfüllung kann den Zahnnerv schädigen

  • Amalgam ist leicht zu verarbeiten
  • es ist ein kostengünstiges Füllungsmaterial
  • es ist relativ langlebig

Ein entscheidender Nachteil von Amalgamfüllungen ist die mangelnde Ästhetik. Außerdem kann sich die Zahnhartsubstanz gräulich verfärben, da wie bereits erwähnt, Amalgamfüllungen in der Mundhöhle korrodieren.

Und es gibt ein weiteres Problem. Unter jede Amalgamfüllung ist grundsätzlich eine Unterfüllung als Isolation und Schutz der Zahnnerven zu legen. In der Praxis erleben wir leider immer wieder Fälle, bei denen die Unterfüllung nicht gelegt wurde. Problematisch sind insbesondere tiefe, nervennahe Amalgamfüllungen ohne Unterfüllung. Ohne Unterfüllung können die Korrosionsprodukte der Amalgamfüllung den Zahnnerv erreichen und ihn schädigen. Ob unter einer Amalgamfüllung eine Unterfüllung angelegt wurde, lässt sich auf einem Röntgenbild erkennen.

 

 

 

Symptome und Nachweis einer Amalgamvergiftung

Folgende Symptome können durch eine Amalgamvergiftung verursacht bzw. verstärkt werden:

  • Gelenkbeschwerden, rheumatische Störungen
  • Haarausfall, Hautjucken, Hautausschläge
  • Zittern, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit
  • Depressionen, Unruhe, Gereiztheit, Nervosität, Konzentrationsschwäche, Ermüdbarkeit
  • Infektionsanfälligkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Schwindel
  • Zungenbrennen, Mundtrockenheit, Metallgeschmack, Aphten
  • Bronchialasthma
  • Verdauungsbeschwerden
  • Blasenreizung, Harndrang
  • Collitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

Quecksilberbelastungen im Körper lassen sich schulmedizinisch durch Blut- bzw. Urinuntersuchungen nachweisen. Ebenso gibt es spezielle Labore, die Belastungen mit Schwermetallen anhand von Haar- oder Nagelanalysen bzw. Speicheltests nachweisen können.

Bei einer Haar- bzw. Nagelanalyse sind folgende Dinge zu beachten:

  • Blondierte oder gefärbte Haare sind nicht geeignet, da es hier zu einem verfälschten Resultat kommt.
  • Lackierte Fingernägel sind ebenfalls nicht für eine Analyse geeignet; Nagelacke können Schwermetalle enthalten, die das Ergebnis verfälschen.

In der ganzheitlichen Medizin kann eine Schwermetallbelastung unseres Körpers z.B. mithilfe der Elektroakupunktur nach Dr. Voll oder der Bioresonanz (Bicom) nachgewiesen werden.

Die Aufnahme von Schadstoffen in unseren Körper kann aber viele Ursachen haben. Neben Amalgam können beispielsweise auch Lebensmittel wie insbesondere Meeresfrüchte, Fisch etc. unter anderem auch Schwermetalle enthalten. Umweltgifte (Autoabgase, Pestizide Formaldehydabsonderungen aus alten Holzmöbeln oder Parkettböden etc.) kommen hinzu und belasten unseren Körper und Immunsystem zusätzlich. Darüber hinaus kann es zu Allergien auf die einzelnen metallischen Bestandteile der Amalgamfüllung kommen.

 


Ganzheitliche Methoden zur Amalgam-Ausleitung

Mithilfe ganzheitlicher Methoden können wir den Körper entgiften. Hier ein kurzer Überblick:

1. Verfahren der klassischen Homöopathie

Eine Entgiftung kann durchgeführt werden mit dem individuell passenden homöopathischen Mittel. In der klassischen Homöopathie nach Dr. Samuel Hahnemann bekommt jeder Patient, auch wenn er an derselben Krankheit leidet, individuell ein eigenes Mittel, das genau nur zu ihm passt.

Dies ist ein gravierender Unterschied zur Schulmedizin. In der Schulmedizin beispielsweise würden verschiedene Patienten, die an einem Magengeschwür erkrankt sind, dieselben Medikamente erhalten. In der klassischen Homöopathie hingegen würde jeder Patient ein unterschiedliches Mittel verschrieben bekommen.

Der Name Homöopathie kommt aus dem griechischen und setzt sich aus den Wörtern „homoios“ (=ähnlich) und „pathos“ (=Leiden) zusammen. Die Homöopathie ist eine natürliche, nebenwirkungsfreie Therapie, bei der wir die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren, um die Krankheit zu besiegen.

Mehr Infos zur → Homöopathie

2. Ausleitung mit homöopathischen Komplexmitteln

Eine Ausleitungstherapie kann auch mithilfe sogenannter „homöopathischer Komplexmittel“ erfolgen. Homöopathische Komplexmittel sind Präparate, die eine Vielzahl einzelner homöopathischer Mittel enthalten. Wir sprechen hier von einer sogenannten „Schrotschusstechnik“, d.h. eines dieser Mittel wird wirken. Ein Beispiel hierfür sind unter anderen die Präparate der Firma „Phönix“. Bei diesen Mitteln handelt es sich um sogenannte Spagyrika. Der Name leitet sich aus den griechischen Wörtern „spaein“ (=trennen) und „agarein“ (=vereinen) ab. Spagyrika werden nach einem speziellen Verfahren hergestellt.

Bei dieser Therapie muss der Patient über einen Zeitraum von 45 Tagen verschiedene Mittel im Wechsel einnehmen. Jedes dieser Mittel regt ein Ausscheidungsorgan (z.B. Leber/Galle, Nieren, Lymphe etc.) an. Auf diese Weise wird der Körper „sanft“ entgiftet.

3. Ausleitung mit Schüßler Salzen

Die Entgiftung kann aber auch mit Schüßler Salzen erfolgen. Dabei werden über mehrere Wochen in einer bestimmten Abfolge verschiedene Schüßler Salze eingenommen.

Mehr Infos zu → Schüßler Salze

 

4. Ausleitung mithilfe von Vitaminen, Mineralien und Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Präparaten

Eine neuere Methode ist die Ausleitung mithilfe von Vitaminen, Mineralien und Nahrungsergänzungsmitteln. Dazu werden beispielsweise Vitamin C, Vitamin E, Zink, Magnesium, Selen, Ginseng, grüner Tee Kapseln, Bärlauch Kapseln, Koriander Kapseln, Algenpräparate etc. eingenommen.

 

Ergänzende Empfehlungen zur Ausleitungstherapie

Während der Entgiftungstherapie ist auf eine gesunde, ausgewogene, ballaststoff- und abwechslungsreiche Ernährung zu achten. Man sollte mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser am Tag trinken. Empfehlenswert ist auch regelmäßig Sport zu treiben bzw. sich ausreichend zu bewegen (Fast walking, Jogging, Fahrradfahren etc.). Regelmäßige Saunabesuche sind auch zu empfehlen.

Bei der Ausleitungstherapie sollte man auch eine Darmsanierung durchführen. Dies ist sehr wichtig!

Der Darm spielt für unsere Gesundheit eine wesentliche Rolle. Er ist nicht nur für die Verdauung wichtig, sondern ist auch eine sehr wichtige Komponente unseres Immunsystems. Die Darmflora besteht aus vielen Mikroorganismen. Es gibt „förderliche“ d.h. „gute“ aber auch „schlechte“ Mikroorganismen im Darm. Diese sind bei einer gesunden Darmflora in Gleichgewicht.

Zum Aufbau einer gesunden Darmflora, um das Gleichgewicht im Darm wieder herzustellen, erhält der Patient sogenannte Probiotika. Diese Probiotika hemmen das Wachstum von pathogenen (=krankheitserregenden) Keimen und bringen so die Darmflora wieder ins Gleichgewicht.